Lanzarote hat Strände mit goldenem Sand, Strände mit schwarzem Sand und Strände, an denen der Sand weiß ist, weil er aus zerriebenen Muscheln besteht. Es gibt versteckte Buchten ohne eine einzige Strandbar und natürliche Lavabecken, in denen das Wasser so ruhig liegt wie in einer Badewanne. Und es gibt spektakuläre Strände, an denen du besser nie ins Wasser gehen solltest.

Das ist das Problem mit Listen der „schönsten Strände“: Sie zeigen dir ein Traumfoto, verraten dir aber nicht, dass dort eine Rückströmung lauert, dass dir der Wind gleich den Rücken abschmirgeln wird oder dass es im Umkreis von drei Kilometern keinen einzigen Schattenplatz gibt.

Dieser Guide ist nach Art des Plans sortiert: Familie, Surfen, unberührte Buchten, vulkanisch, stadtnah. Wähle deine Kategorie und leg direkt los.

Allgemeiner Hinweis für die ganze Insel: Hier gibt es fast nirgends Schatten, der Alisio (der beständige Passatwind der Insel) weht fast immer und das Meer hat Kraft. Nimm Wasser, einen Sonnenschirm und Respekt mit. Und denk daran: Das Meer ist im September und Oktober wärmer als im August. Beste Reisezeit für Lanzarote »
Türkisfarbene Bucht mit goldenem Sand am Papagayo-Strand, Lanzarote
Türkisfarbene Bucht mit goldenem Sand am Papagayo-Strand, Lanzarote

Die unberührten: Papagayo und die Buchten von Los Ajaches

Die schönsten Strände Lanzarotes, keine Frage. Ganz im Süden, innerhalb eines geschützten Naturraums, verbirgt sich eine Aneinanderreihung von Buchten mit goldenem Sand und türkisfarbenem Wasser zwischen ockerfarbenen Klippen: Papagayo, Playa Mujeres, Caleta del Congrio, Playa del Pozo, Puerto Muelas.

Keine Hotels. Keine Strandpromenade. Nichts. Nur der Sand, die Klippe und der Atlantik — mit Fuerteventura direkt gegenüber.

Was du wissen musst:

  1. Du erreichst sie über eine unbefestigte Piste, und pro Fahrzeug wird eine kleine Zugangsgebühr fällig.
  2. Es gibt kaum Infrastruktur. Nimm Wasser, Essen und einen Sonnenschirm mit.
  3. Es gibt keinen natürlichen Schatten. Keinen.
  4. Sie liegen windgeschützt, was sie in den Monaten mit starkem Alisio (Juli und August) zur besten Option der Insel macht.
  5. Fahr morgens hin: Im Sommer bildet sich mittags eine Autoschlange am Eingang.
  6. Die größte und bekannteste ist Papagayo; wenn sie voll ist, lauf einfach zehn Minuten zur nächsten Bucht – dort bist du fast allein.

Wie du dich auf Lanzarote am besten fortbewegst » (ja, du brauchst ein Auto; und ja, prüf, ob deine Versicherung unbefestigte Pisten abdeckt)

Die Familienstrände: ruhiges Wasser ohne Schrecksekunden

Caletón Blanco (Órzola)

Unser Favorit für Kinder – und eines der schönsten Postkartenmotive der Insel: schneeweiße Sandzungen zwischen schwarzen Lavaströmen, die flache natürliche Becken mit klarem, angenehm temperiertem Wasser bilden. Die Kleinen können hier stundenlang spielen. Der Kontrast Schwarz-Weiß ist Lanzarote pur.

Playa de la Garita (Arrieta)

Goldener Sand, ruhiges Wasser und direkt daneben ein Fischerdorf mit guten Adressen für frischen Fisch. Das ist der „Zum-Verweilen“-Strand des Nordens, und er funktioniert genauso gut mit Familie wie ohne.

Playa del Jablillo (Costa Teguise)

Klein, durch eine Wellenbrecher-Mole geschützt und mit spiegelglattem Wasser. Hier lernen die Kleinen schwimmen, und hier macht man seine ersten Schnorchelversuche.

Playa del Reducto (Arrecife)

Der Stadtstrand der Inselhauptstadt: goldener Sand, Blaue Flagge, geschützt, mit der Stadt im Rücken. Perfekt, wenn du in Arrecife übernachtest oder einen freien Nachmittag hast.

Punta Mujeres

Das ist kein Strand: Es sind natürliche Lavabecken in einem bezaubernden weißen Dorf. Dort zu baden, während der Atlantik nur einen Meter entfernt gegen die Felsen schlägt und das Wasser im Becken völlig ruhig bleibt, ist eines dieser Dinge, die man erst versteht, wenn man selbst dort war.

Türkisfarbenes Naturbecken zwischen Vulkanfelsen am Strand von Famara
Türkisfarbenes Naturbecken zwischen Vulkanfelsen am Strand von Famara

Die Surf- und Windstrände

Playa de Famara

Der spektakulärste Strand von Lanzarote, Punkt. Sechs Kilometer goldener Sand am Fuß des Risco de Famara, einer 600 Meter hohen Steilklippe, die praktisch ins Meer stürzt. Das ist die Surf-Hauptstadt der Insel und einer der schönsten Sonnenuntergänge der Kanaren.

⚠️ Ernst gemeinter Hinweis: In Famara herrschen starke Strömungen und ein tückischer Meeresboden. Das ist kein Strand für ein entspanntes Bad, und hier hat es schon echte Schrecksekunden gegeben. Er eignet sich zum Surfen mit Surfschule, zum Spazierengehen, Drachensteigen und Fotografieren. Wenn du trotzdem ins Wasser willst, tu es mit Verstand und behalte die Flaggen im Blick.

Playa de las Cucharas (Costa Teguise)

Das Windsurf-Mekka der Insel liegt hier. Konstanter Wind, Surfschulen, Materialverleih. Zum Baden ist er okay, zum Segeln exzellent.

Matagorda (Puerto del Carmen)

Wind, Kitesurfen und Flugzeuge, die direkt über dir landen. Klingt seltsam; ist spektakulär.

Wanderrouten auf Lanzarote » (der Risco de Famara von oben ist noch mal eine ganz andere Geschichte)

Die vulkanischen: zum Anschauen, nicht zum Baden

Playa de Janubio

Schwarzer Sand, raue See und direkt daneben die Salinas de Janubio mit ihren rosafarbenen Becken. Bei Sonnenuntergang eines der besten Fotomotive Lanzarotes. Gefährliche Strömungen: Hier nicht baden.

El Golfo

Der schwarze Sandstrand direkt neben dem Charco de los Clicos, jener unwirklich grünen Lagune. Das ist ein Aussichtspunkt, kein Badeplan: Zum Lagunensee darfst du nicht hinuntersteigen, und das Meer bricht hier mit voller Kraft.

Playa de la Cantería (Órzola)

Am Fuß des Berges gelegen, mit Blick auf den Risco. Wild, wunderschön und mit ordentlichem Wellengang. Ideal zum Spazierengehen.

Die stadtnahen: wenn du alles griffbereit willst

Puerto del Carmen bietet die beste Kombination aus Strand und Infrastruktur der Insel: Playa Grande (der große Hauptstrand mit Promenade, Rettungsschwimmer und Restaurants), Los Pocillos (breiter und ruhiger) und Playa Chica, winzig klein, aber der Referenzpunkt für Schnorcheln und Tauchen – schon wenige Meter vom Ufer entfernt gibt es gute Unterwasserspots.

Playa Blanca im Süden hat Playa Dorada und Playa Flamingo, beide windgeschützt, ruhig und sehr familienfreundlich, mit dem Ort direkt nebenan.

Beide sind die richtige Antwort, wenn du mit kleinen Kindern unterwegs bist und keine Lust hast, die Kühlbox bis zu einer abgelegenen Bucht zu schleppen. Spektakulär ist keiner der beiden, aber beide sind bequem.

Und das Juwel: die Strände von La Graciosa

Fähre ab Órzola, 25 Minuten, und du stehst auf der „achten Insel“: ohne asphaltierte Straßen, mit Sandwegen statt Straßen und praktisch unberührten Stränden. La Francesa und La Cocina sind wie aus dem Postkartenkatalog und haben ruhiges Wasser. Las Conchas ist der beeindruckendste… und hat sehr starke Strömungen: anschauen, fotografieren, aber nicht unterschätzen.

Die Schnellübersicht

Wenn du willst… Geh nach…


Der beste Strand der InselPapagayo und die Buchten von Los AjachesKleine KinderCaletón Blanco, El Jablillo, Playa DoradaSurfenFamara (mit Surfschule)Windsurfen / KitenLas Cucharas, MatagordaSchnorcheln und TauchenPlaya Chica (Puerto del Carmen)Brutale FotomotiveJanubio bei Sonnenuntergang, Famara, El GolfoAlles griffbereitPuerto del Carmen, Playa BlancaDich allein auf der Welt fühlenLa GraciosaTage mit viel WindDer Süden: Papagayo, Playa Blanca

Häufig gestellte Fragen

Was ist der schönste Strand von Lanzarote?
Papagayo und die Buchten in seiner Umgebung. Goldener Sand, türkisfarbenes Wasser, Klippen und null Bebauung. Dafür: unbefestigte Piste, Zugangsgebühr und keine Infrastruktur.
Kann man in Famara baden?
Nur mit großer Vorsicht. Es gibt starke Strömungen – das ist eher ein Strand zum Surfen, Spazierengehen und für den Sonnenuntergang als zum entspannten Baden. Mit Kindern lieber einen anderen wählen.
Gibt es Strände mit schwarzem Sand?
Ja: Janubio, El Golfo und mehrere Abschnitte der Westküste. Sie sind spektakulär anzusehen, haben aber raue See: zum Baden nicht geeignet.
Wann ist das Meer am wärmsten?
Im September und Oktober, wenn es bei rund 23–24 °C liegt. Im Februar und März sinkt die Temperatur auf etwa 18 °C.
Gibt es windgeschützte Strände?
Ja: Die Strände im Süden (Papagayo, Playa Blanca, Playa Dorada) sind viel besser vor dem Alisio geschützt als die im Norden. Im Juli und August entscheidet das über einen guten Tag oder einen Nachmittag mit Sand zwischen den Zähnen.
Kostet der Zugang zu Papagayo etwas?
Ja, für die Einfahrt in das geschützte Naturgebiet wird eine kleine Gebühr pro Fahrzeug fällig, und der Zugang erfolgt über eine unbefestigte Piste.
Gibt es FKK-Strände?
Ja, und das mit Tradition: Die Gegend um Charco del Palo (Mala) ist die bekannteste, dazu kommen Abschnitte von Famara und einige Buchten bei Papagayo.

Wo solltest du übernachten, um sie in der Nähe zu haben?

Hier liegt der Haken: Die schönsten Strände liegen im Süden, die schönsten für Familien im Norden. Niemand hat sie alle gleichzeitig vor der Tür. Deshalb solltest du deine Region danach auswählen, welchen Strandtyp du an welchem Tag betreten willst – und nicht umgekehrt.

Den Guide zu den Regionen veröffentlichen wir nach und nach im Blog, und Schritt für Schritt auch unsere Empfehlungen auf LanzaStay, unserem Verzeichnis für Unterkünfte auf der Insel.

Auf einer Insel aus schwarzer Lava ist das der beste Scherz, den sich Lanzarote erlaubt: dass es hier goldenen Sand, türkisfarbene Buchten und einen Strand aus weißen Muscheln gibt. Hier kannst du beim Frühstück auf einen Vulkan blicken und dich mittags in postkartenreifem Wasser baden. Du musst nur wissen, welcher Strand an welchem Tag dran ist.

Was ist dein Lieblingsstrand auf Lanzarote? Und welchen haben wir vergessen? 👇