Lanzarote wirkt wie eine Insel für Erwachsene: Vulkane, Kunst, Wein, Stille. Und dann kommst du mit Kindern an und merkst: Das hier ist ein natürlicher Vergnügungspark.

Hier gibt es einen Ort, wo man Gestrüpp in ein Loch wirft und es fängt einfach von selbst Feuer. Eine Höhle mit einer weißen, blinden Krabbe, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Meerwasserpools zwischen schwarzer Lava, in denen das Wasser ruhig und lauwarm ist. Und ein Vulkan, in dessen Krater man zu Fuß hineingehen kann.

Das sind die 10 Ausflüge mit Kindern, die wirklich funktionieren – plus die Tipps, die man zu schätzen weiß, wenn man schon drei Tage Sand im Auto hat.

Kinder bauen Sandburgen am Strand von Puerto del Carmen
Kinder bauen Sandburgen am Strand von Puerto del Carmen

1. Timanfaya: der Vulkan, der Tricks kann

Die beste Show der Insel, und es ist keine Show. Die Ranger werfen trockenes Gestrüpp in ein Loch im Boden, und es fängt von selbst Feuer, ohne dass irgendetwas dazukommt. Sie schütten Wasser in ein Rohr, und ein Dampfgeysir schießt heraus. Den Kindern bleibt der Mund offen stehen – so ein Staunen schafft kein Bildschirm mehr.

Realität

Die Ruta de los Volcanes dauert 40 Minuten mit der Guagua (Bus, wie man auf den Kanaren sagt) ohne auszusteigen. Für die Kleinen zieht sich das. Nur damit du nicht überrascht wirst.

Und Achtung

du musst online mit Datum und Uhrzeit reservieren, und die Plätze sind schnell weg. Wie man Timanfaya besucht

2. Caletón Blanco: der beste Strand für die Kleinen

In Órzola, im Norden. Schneeweiße Sandzungen zwischen schwarzen Lavaströmen, die flache Naturschwimmbecken bilden, mit klarem, lauwarmem Wasser. Keine Wellen, keine Strömung, keine Schreckmomente.

Das ist der Ort auf der Insel für kleine Kinder. Sie verbringen hier Stunden. Die besten Strände von Lanzarote

3. Jameos del Agua: die blinde Krabbe

Eine riesige Höhle mit einem türkisfarbenen See darin, und im See ein winziges Tierchen, weiß und blind, das weltweit nur hier vorkommt. Die Kinder kleben am Geländer und suchen danach. Das ist Wissenschaft und Magie in einem.

Tipp

leichte Jacke (drinnen ist es kühl) und rutschfeste Schuhe – der Fels ist feucht. Jameos del Agua und die CACT

4. Cueva de los Verdes: echte Piraten

Ein Kilometer unterirdische Gänge, in denen sich die Menschen früher vor Piraten versteckten – das zieht bei jedem Kind sofort. Geführte Tour, Lichtspiele und eine Überraschung am Ende, die man nicht verraten darf.

Achtung

Es ist eine Führung, und man muss mit dem Tempo der Gruppe mithalten. Bei sehr kleinen Kindern oder wenn sie in engen Räumen unruhig werden, überleg es dir gut.

5. Tiere: Ranch und Aquarium

Die zwei Klassiker mit Kindern auf der Insel: der Tierpark in Puerto del Carmen (mit Pool, Seilbahnen und Shows) und das Aquarium in Costa Teguise, eines der größten auf den Kanaren.

Das sind die Pläne, die einen windigen oder von Calima (Saharastaub) getrübten Nachmittag retten, und die Kinder lieben sie.

Und hier die Info, kein Vortrag

Der Park zeigt Tiershows, und manche Familien entscheiden sich bewusst dagegen. Das Aquarium ist die Alternative, wenn dir das nicht behagt. Entscheide selbst.

6. Vulkan El Cuervo: mitten in einen Krater steigen

5 km, flach, anderthalb Stunden, kostenlos. Man umrundet den Vulkan und steigt durch eine Öffnung in den Krater hinein. Das ist die perfekte Wanderung mit Kindern: einfach, kurz und mit einem spektakulären Finale. „Wir waren in einem Vulkan" ist ein Satz, den sie das ganze Schuljahr wiederholen werden.

Tipp

früh morgens oder am späten Nachmittag, und mit Wasser. Es gibt keinen Schatten. Wanderrouten auf Lanzarote

7. Ruhige Strände im Süden

Wenn du im Süden wohnst: Playa Dorada und Playa Flamingo (Playa Blanca) sind geschützt, und das Wasser ist spiegelglatt. El Jablillo (Costa Teguise) ist durch eine Wellenbrecher-Mauer geschützt, und dort lernen die Einheimischen schwimmen.

Und Papagayo für den großen Tag – vorausgesetzt, du weißt: Schotterpiste, Eintrittsgebühr und null Infrastruktur: Wasser, Essen und Sonnenschirm selbst mitbringen, sonst gibt's dort nichts.

8. Ein Boot (oder ein U-Boot)

Aufs Meer rauszufahren verändert die Reise. Es gibt Katamaran-Touren nach Papagayo mit Baden und Verpflegung, und von Puerto Calero aus fährt ein echtes U-Boot los, das bis zum Meeresgrund taucht. Es ist teuer, aber es ist eine dieser Sachen, an die man sich noch zwanzig Jahre später erinnert.

9. La Graciosa: die Insel ohne Straßen

Fähre ab Órzola, 25 Minuten, und du landest an einem Ort ohne Autos, mit Sandstraßen, wo man mit dem Fahrrad fährt. Für ein Kind ist das schlicht ein anderer Planet.

Realität

Die Überfahrt kann ruppig sein, die Insel hat keinen Schatten, und die Pisten bestehen aus losem Sand. Mit Kleinen: Taxi (4x4) und zwei Strände, ohne Heldentum. La Graciosa an einem Tag

10. Die beiden kostenlosen Joker

  1. Besucherzentrum Mancha Blanca: kostenlos, mit Modellen und einem Ausbruchssimulator. Eine halbe Stunde Live-Wissenschaft und der beste Plan für einen dunstigen Tag.
  2. Jardín de Cactus: kurz, mit 4.500 Kakteen, einer Mühle und Fischen im Teich. In 40 Minuten geschafft, und es überzeugt mehr, als man erwartet. Goldene Regel: nicht zwei Manrique-Werke am selben Tag hintereinander machen, das übersättigt.
Familie mit Kindern wandert auf einem Pfad zu einem Vulkankrater
Familie mit Kindern wandert auf einem Pfad zu einem Vulkankrater

Die Tipps, die wirklich wichtig sind

Sonne und Wind. Der Alisio (Passatwind) täuscht: Er weht frisch, und du merkst nicht, dass du dich verbrennst. Hohe Sonnencreme, ein Lycra-Shirt am Strand und eine Kappe. Hier gibt es nirgends Schatten.

Die Kindersitze. Die Autovermietungen verleihen sie extra und haben sie nicht immer vorrätig: Bestell sie bei der Reservierung, nicht erst am Schalter. Wie man sich auf Lanzarote fortbewegt

Der Kinderwagen – lass ihn im Koffer. Lava, Sand und Kopfsteinpflaster. Der Kinderwagen wird dir fast nirgendwo nützen: Tragerucksack ist besser.

Die Essenszeiten. Hier wird um 14:00 Uhr gegessen und um 21:00 Uhr abends. Wenn deine Kinder schon um 19:00 Uhr essen wollen, habt ihr die Restaurants praktisch für euch allein – nutzt das.

Das Essen. Kein Problem: papas arrugadas (runzelige Salzkartoffeln), gegrillter Käse, Fisch vom Grill, Pizza. Die mojo picón (scharfe kanarische Sauce) probierst du erst mal selbst. Typische Gerichte aus Lanzarote

Die Entfernungen. Nichts ist weiter als eine Stunde entfernt, aber mit Kindern wird aus einer Stunde schnell mal zwei. Wähl eine Zone und fahr nicht jeden Tag quer über die Insel. Wo man auf Lanzarote wohnen sollte

Die Reisezeit. Mai, Juni, September und Oktober: das Meer ist warm, und es ist nicht überfüllt. Im August weht es stärker, und alles ist voll. Beste Reisezeit für Lanzarote

Wie du es auf 3 Tage aufteilst

Tag Plan


1Timanfaya am frühen Morgen → Essen → Nachmittag an einem ruhigen Strand2Norden: Jameos → Essen in Arrieta → Caletón Blanco den ganzen Nachmittag3El Cuervo am Morgen → Strand → oder La Graciosa den ganzen Tag

Häufig gestellte Fragen

Ist Lanzarote ein gutes Reiseziel mit Kindern?
Sehr: kurzer Flug, keine Zeitverschiebung, milde Temperaturen das ganze Jahr, sichere Strände und Ausflüge, die es sonst nirgendwo gibt. Und die Entfernungen sind kurz.
Welcher Strand ist der beste für kleine Kinder?
Caletón Blanco (Órzola), mit seinen flachen Naturschwimmbecken. Im Süden Playa Dorada; in Costa Teguise El Jablillo.
Lohnt sich Timanfaya mit Kindern?
Ja, wegen der geothermischen Vorführungen, die sie faszinieren. Die Busfahrt zieht sich: 40 Minuten ohne Ausstieg. Online-Reservierung ist Pflicht.
Und wenn es regnet oder Calima ist?
Cueva de los Verdes, Jameos, Aquarium, das Besucherzentrum Mancha Blanca. Unter Dach oder unter der Erde.
Braucht man ein Auto?
Ja. Mit Kindern erst recht: Der öffentliche Verkehr erreicht fast keinen der Ausflüge dieser Liste. Und die Kindersitze gleich bei der Reservierung mitbestellen.
Kann man Kamel reiten?
Ja, am Kamel-Standplatz von Timanfaya (extra kostenpflichtig). Immer mehr Besucher entscheiden sich wegen der Haltungsbedingungen der Tiere dagegen. Wir liefern die Info, du entscheidest.
Welche Jahreszeit ist am besten mit Kindern?
Mai-Juni und September-Oktober: warmes Meer, weniger Menschen, weniger Wind als im August.

Ein Kind, das gesehen hat, wie Gestrüpp allein von der Erdwärme in Flammen aufgeht, das in einer Höhle nach einer blinden Krabbe gesucht hat und das mitten in einem Krater gestanden hat, kommt nicht heim und erzählt, es war am Strand. Es erzählt etwas ganz anderes.

Und das ist der unfaire Vorteil dieser Insel: Hier muss man das Pädagogische nicht erzwingen. Es steckt in der Landschaft – und es fängt einfach von selbst Feuer.