Auf Lanzarote kann man ausgezeichnet essen. Man kann aber auch für 22 € eine tiefgekühlte Paella mit Meerblick serviert bekommen.

Der Unterschied zwischen beidem liegt nicht am Preis, sondern am Ort. Und die Regel, die fast ausnahmslos gilt: je weiter weg von der Strandpromenade, desto besser isst du.

Dieser Guide geht Region für Region durch: was man in welchem Teil der Insel isst, was du bestellen solltest und was du besser meidest.

Tisch mit gegrilltem Fisch, Runzelkartoffeln und Weißwein mit Meerblick auf LanzaroteDie drei Regeln

1. Eine Speisekarte mit Fotos und in fünf Sprachen ist ein Warnsignal. Und wenn zusätzlich jemand an der Tür steht und dich reinwinkt, geh einfach weiter.

2. Iss mittags. Das Menú del día (Tagesmenü, 10-15 €) ist dieselbe Küche wie abends, nur zum halben Preis. Hier isst man um 14 Uhr zu Mittag und um 21 Uhr zu Abend: Wenn du um 19 Uhr auftauchst, ist das Restaurant leer … zumindest von Einheimischen.

3. Frag nach dem Fisch des Tages. Bestell keinen Lachs (außer den aus Uga, das ist eine andere Geschichte). Und wenn es statt einer Karte eine Tafel mit der Kreidehandschrift gibt, ist das ein gutes Zeichen.

El Golfo und die Westküste — Fisch mit Meeresrauschen

Was man hier isst

frischen Fisch. Punkt.

Das Dorf El Golfo ist eine Reihe weißer Häuser mit Tischen, die zum Atlantik hinausschauen – der nur zehn Meter entfernt gegen die Felsen kracht. Es ist einer der klassischsten Orte der Insel, um Vieja, Cherne oder Sama (lokale Fischsorten) mit Papas arrugadas (in Salzwasser gegarte Runzelkartoffeln) zu essen und dabei den Sonnenuntergang zu genießen.

Was du bestellen solltest

den Fisch des Tages, gegrillt (a la plancha) oder sancochado (in Salzwasser pochiert). Und zum Nachtisch, falls verfügbar, Bienmesabe (süße Mandelcreme).

Wann

zum Sonnenuntergang – und reserviere in der Hochsaison, denn die erste Reihe füllt sich genau zu dieser Zeit.

Arrecife — wo die Einheimischen essen

Die unterschätzteste Gegend der Insel, wenn es ums Essen geht. Hier gibt's keine Kulisse: nur eine Hafenstadt mit Leuten, die abends essen gehen.

Der Charco de San Ginés — diese Lagune mit Fischerhäuschen und bunten Booten — ist umgeben von Tapas-Lokalen. Das ist der beste Ort auf Lanzarote, um Tapas zu essen, und bei Sonnenuntergang ist es dazu noch wunderschön.

Was du bestellen solltest

gemischte Tapas, Pulpo (Oktopus), gebratenen Käse mit Mojo (kanarische Würzsauce), Fischkroketten. Und ein Bier vom Fass – hier kostet es so viel wie in jeder anderen spanischen Stadt, nicht so viel wie an der Strandpromenade.

Extra-Tipp

Das MIAC im Castillo de San José hat ein Restaurant mit großen Fenstern über dem Hafen.

Das Inland: Uga, Yaiza, Masdache, San Bartolomé — die echte Küche

Hier gibt es keinen Meerblick. Dafür Herrenhäuser aus Vulkanstein, Innenhöfe und kanarische Küche, wie sie schon immer war.

Was man hier isst

geschmortes Ziegenfleisch, Kaninchen in Salmorejo (würzige Marinade), Sancocho (Fischeintopf mit Salzfisch), gebratenen Käse, Eintöpfe. Deftige, ehrliche Küche vom Land.

Und zwei Besonderheiten der Gegend:

  1. Uga: Das Dorf hat eine Lachsräucherei, die sogar über die Insel hinaus bekannt ist. Ein Dorf ohne Meer, mitten in einer Vulkanwüste – und einer der besten geräucherten Lachse, die du je probieren wirst.
  2. La Geria: Mehrere Weingüter (Bodegas) haben ein Restaurant, mit Blick auf das Tal der Hoyos (Vulkantrichter für die Reben). Hier zu essen, mit einem Malvasía volcánica (vulkanischer Weißwein) im Glas, gehört zum Besten, was du auf dieser Insel machen kannst. (Designierter Fahrer, versteht sich.)

Teguise — Essen zwischen den Jahrhunderten

Der historische Kern der ehemaligen Inselhauptstadt hat Restaurants in Herrenhäusern aus dem 18. Jahrhundert, mit Innenhof und ohne jeglichen Meerblick. Kanarische Küche mit Geschichte drumherum.

Sonntags, wenn der Markt stattfindet, ist alles voll: reserviere oder komm früh. Unter der Woche gehört dir das Dorf praktisch allein.

Der Norden: Arrieta, Punta Mujeres, Órzola — Fisch zehn Meter vom Wasser entfernt

Echte Fischerdörfer, ohne Schnickschnack. Man isst Fisch des Tages mit Blick aufs Meer, oft auf einfachen Terrassen, deren Speisekarte einfach das ist, was morgens ins Netz gegangen ist.

Órzola ist der natürliche Stopp vor oder nach der Fähre nach La Graciosa. Arrieta und Punta Mujeres sind der perfekte Plan im Anschluss an die Jameos.

Was du bestellen solltest

gegrillten Fisch, Pulpo, Lapas (Napfschnecken), falls verfügbar.

Haría — der grüne Norden

Der Plaza von Haría, im Schatten der indischen Lorbeerbäume, mit ihren Terrassen, ist einer der angenehmsten Orte der Insel, um in Ruhe zu essen. Entspannte kanarische Küche in einem Dorf mit tausend Einwohnern.

Samstags gibt es einen Kunsthandwerksmarkt: Käse, Marmeladen, Mojos. Ein guter Tag, um vorbeizuschauen.

Puerto del Carmen, Playa Blanca und Costa Teguise — die touristische Zone

Seien wir ehrlich: hier findet sich das Schlechteste, aber auch das eine oder andere richtig Gute. Der Trick ist, sich von der ersten Reihe zu entfernen.

  1. Puerto del Carmen: Die Strandpromenade ist genau das, was du dir vorstellst. Aber geh zwei Straßen weiter hoch — Richtung Altstadt, Richtung Tías — und plötzlich tauchen Lokale auf, in denen die Menschen essen, die hier wirklich leben.
  2. Playa Blanca: mehr vom Gleichen, mit der Marina als Ausnahme.
  3. Costa Teguise: funktional. Erfüllt seinen Zweck.
Die Frage, die alles klärt

Isst hier auch jemand von der Insel? Wenn niemand kanarisch spricht, weißt du Bescheid.

Spickzettel

Wenn du willst … Geh nach …


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Häufig gestellte Fragen

Wo isst man den besten Fisch auf Lanzarote?
In den Fischerdörfern: El Golfo, Arrieta, Órzola, Punta Mujeres und am Charco de San Ginés in Arrecife. Immer den Fisch des Tages.
Muss man reservieren?
In der Hochsaison und zum Sonnenuntergang, ja — vor allem in El Golfo und sonntags in Teguise. Unter der Woche und mittags meist nicht.
Was kostet Essen auf Lanzarote?
Menú del día: 10-15 €. Abendessen im Restaurant: 20-35 € pro Person inklusive Wein. In erster Strandreihe: teurer und schlechter.
Wann wird gegessen?
Mittagessen gegen 14 Uhr, Abendessen gegen 21 Uhr. Viele Lokale schließen die Küche dazwischen.
Kann man als Vegetarier gut essen?
Ja, das geht: Papas mit Mojo, gebratener Käse, Eintöpfe, Salate, Gofio (geröstetes Getreidemehl). Aber die traditionelle Küche basiert auf Fleisch und Fisch — frag in kleinen Dörfern lieber vorher nach.
Was darf ich auf keinen Fall verpassen?
Papas arrugadas mit Mojo, gebratenen Ziegenkäse, den Fisch des Tages und einen Malvasía volcánica. Damit hast du die Insel schon verstanden.

Wo du sie findest

Dieser Guide sagt dir, in welche Gegend du gehen und was du bestellen solltest. Die konkreten Namen sammeln wir nach und nach in LanzaEat, unserem Verzeichnis für Restaurants, Bars und Guachinches (einfache, familiär geführte Landgasthäuser) auf Lanzarote — nach dem Prinzip: drin sind die, die es verdienen, nicht die, die am meisten zahlen.

Auf einer Insel ohne Süßwasser, wo man Kartoffeln in Meerwasser kochen und Getreide rösten musste, damit es haltbar blieb, war Essen nie ein Luxus: es war eine Notlösung. Und genau diese Notlösungen stehen heute auf der Speisekarte.

Deshalb isst man hier umso besser, je weiter man sich vom Postkartenmeer entfernt und je näher man dem echten Meer kommt.

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